Etwas näher bitte - warum man nicht (immer) alles aufs Foto bekommen muss.
Haben Sie schon mal selbst versucht, ein Hotelzimmer oder gar ein kleines Bad zu fotografieren? Sicherlich standen Sie auch vor dem Problem, “nicht alles aufs Foto zu bekommen”, oder? Das Objektiv Ihrer Kamera bot höchstwahrscheinlich nicht genügend Weitwinkel.
Nun gibt es zwar spezielle Objektive, mit deren Hilfe selbst die kleinste Kammer riesengroß wirkt, doch handelt es sich hierbei keineswegs um eine Universallösung- Abgesehen davon, dass dem Gast so im wahrsten Sinn des Wortes ein trügerisches Bild vermittelt wird, gibt es auch noch das Problem der Verzerrung: Je mehr Weitwinkel, desto mehr Verzerrung (Objekte nahe der Kamera wirken unnatürlich groß, während Objekte in der Ferne schnell klein werden) und somit unnatürliche Bildwirkung. Darüber hinaus wirken derartige Fotos oft generisch und ziemlich langweilig.
Immer häufiger benutze ich bewusst eine Normalbrennweite oder gar ein leichtes Teleobjektiv (dem menschlichen Auge ähnlich) und konzentriere mich auf einen bestimmen Teil eines Raumes. Hierbei entstehen oft Kompositionen, die den Stil und die Atmosphäre dem Gast besser vermitteln als ein langweiliges Weitwinkel Foto aus der hintersten Ecke. Anders ausgedrückt fotografiert man so die Essenz eines Raums. Die Konzentration auf Details, wie beispielsweise die Textur eines hochwertigen Bettbezugs, die geschmackvolle Anordnung von Kissen oder die stimmungsvolle Beleuchtung in einer Ecke des Raumes, vermittelt dem Betrachter ein tieferes Verständnis für die Atmosphäre und den Charakter des Hotels. Zudem ermöglicht die Fokussierung auf Details die Betonung von besonderen Merkmalen und Qualitäten des Raumes. Ein elegantes Kunstwerk an der Wand, ein stilvoller Schreibtisch mit einer Vintage-Schreibmaschine oder einladende Blumenarrangements auf einem Fenstersims - all diese Elemente können durch gezielte Detailaufnahmen hervorgehoben werden und dem Raum eine Persönlichkeit verleihen.
Die Kunst der Hotelfotografie besteht nicht nur darin, den Raum abzubilden, sondern auch die Emotionen und das Erlebnis zu transportieren, die ein Gast beim Betreten des Zimmers haben wird. Indem man die Details und die besonderen Eigenschaften hervorhebt, wird die Fantasie der potenziellen Gäste angeregt. Sie können sich in die Atmosphäre des Raumes hineinversetzen und sich vorstellen, wie es wäre, dort zu übernachten. Dies kann eine stärkere emotionale Bindung und Begeisterung für Ihr Hotel schaffen.
Zusammenfassend sage ich meinen Kunden immer, dass man an das klassische Portrait eines Menschen denken sollte: Meist konzentriert sich dies auf das Gesicht. Und trotzdem kann man annehmen, dass auch der restliche Körper vorhanden ist.